ld-autophobia-__-t-_-2-_-c-final Just in time for the release of their third studio album “AUTOPHOBIA” we´ve asked theband to describe their new “baby” in their own words. Read an interresting essay about album number three…

Liquid Divine – Autophobia

In eigenen Worten

01 Fallen Men

„Fallen men“ thematisiert eine real gefühlte Vergeblichkeit im Leben. Es geht um die Wahrnehmung der eigenen Existenz und um eine Person, die spürt, dass alles was sie macht oder versucht eigentlich völlig gleichgültig ist. Es ist egal, ob sie lebt oder nicht.

02 Planet Zoo

Eine der schönsten Zeilen von Trent Reznor lautet: „…see the animal in his cage that you build, are you’re sure, what side you’re on?“. Diese Frage ist auch ein Zugang zu „Planet Zoo“, das wie ein Lebenslauf-Zapping wirkt. Im Refrain sehnt sich die beobachtende Person nach innerer Ruhe und einem Ausweg aus dem Hamsterrad unserer Gesellschaft. Vielleicht ist der Song auch ein Gruß an alle Träumer, die auf etwas warten, das nie geschehen wird.

03 Sojourner feat. Frank M. Spinath

Für „Sojourner“ haben wir mit Frank M. Spinath von Seabound zusammengearbeitet. Das Lied beschreibt die Gedanken und Gefühle einer Seele, die sich auf der Erde nicht heimisch fühlt und spürt, dass sie nur vorübergehend anwesend ist. Die Lyrics wirken wie Traumfäden und Frank’s charismatische Stimme veredelt die Atmosphäre dieses tanzbaren Songs. Wir hören Seabound selbst gern und freuen uns über diese Kooperation wirklich sehr.

04 Ghost

“Ghost“ entstand aus zwei Einflüssen. Erstens aus dem Monolog eines Verstorbenen zu seiner noch lebenden Frau, um sie zum Weiterleben zu bewegen, und zweitens, inspiriert durch eine Szene aus dem Film „Frida“ über die Künstlerin Frida Kahlo. Frida soll als junge Frau einem Maler Blattgold aus dem Künstlerbedarf bringen. Als sie im Bus zur Werkstatt des Malers fährt, ereignet sich ein schweren Unfall. Die Kamerafahrt nach diesem Unfall zeigt die Toten und Verletzten im Bus unter einer hauchzarten, wirbelnden Schicht Goldstaub. Ein wundervolles Bild und die Quelle für die ersten Zeilen von Ghost “…golden dust upon your skin, let’s paint the blue sky all in black.“

05 iHuman

Der erste Song während der Aufnahmesessions zu Autophobia war „iHuman“. Held dieses Songs ist ein phlegmatischer junger Mann, der in allen drei Strophen mit offenen Augen tagträumt, einmal im Himmel, einmal in der Unterwelt und einmal auf seinem Balkon während eines Urlaubstages. Im Refrain verweigert er jegliche Hilfe und Unterstützung für die ihn umgebende Welt und Gesellschaft. Ein moderner Typus Mensch.

06 Cocoon

Ein Blick hinter die Kulissen einer Langzeitbeziehung. Jeder nimmt den aktuellen Zustand der Beziehung anders wahr. Sie macht Pläne für morgen, er spürt seine zunehmende Selbstaufgabe. Ein trauriger Text in einer kraftvollen und dynamischen Klangwelt. Karl Hyde von Underworld singt in „Dirty Epic“ über ganz ähnliche Probleme:  „to love is to risk not being loved in return“.

07 Frontend

Unser Beitrag zu Web 2.0 – One billion mates : thx for the add!

08 Comagirl feat. yrea

Nach „Little scars“ für „Black Box Plus“ ist „Comagirl“ unser zweiter Song mit Yrea, der Sängerin der Band Concise. Nachdem sie das Lied in unserem Studio in Leipzig eingesungen hatte, wussten wir, dass wir den Charakter des Songs kraftvoller gestalten sollten. Weniger Ambient, mehr Pop. Und so singt Yrea als die Erinnerung einer Seele in „Comagirl“ von Millionen Menschen in einem Raum und von den Versprechen eines Lügners.

09 Astronauts

Dieser Song hat während der Entstehungszeit von Autophobia seinen Charakter immer wieder geändert. Die Protagonisten dieses Songs sind Astronauten. Nachdem sie bemerken, dass ihnen auf der Erde niemand mehr antwortet, geben sie sich den Kick, betrunken über ihrem Heimatplaneten im freien Raum zu schweben und dabei über das Leben zu philosophieren.

10 Want

“Want“ beginnt sehr laut, sehr hart und kraftvoll, bevor es in sich geht, einem Piano Raum gibt und eher leise Töne anschlägt. Im Refrain vereinen sich diese beiden Pole zu einer melancholischen, aber sehr intensiven Struktur. Der Text greift diesen Zwiespalt auf und schreit im ersten Teil seine Wut heraus, um im zweiten Teil entfremdet seine Wünsche vorzutragen. „Want“ beschreibt das langsame Sinken unserer Fähre in eine bessere Zukunft.

11 Redshift

Besonders markant an diesem Song sind die Gesangslinien und die wechselnden Rhythmuselemente. Die Inspiration zu diesen Gesangsspuren gab uns André Jacob von der Band Human Decay. In „Redshift“ geht es um das Abenteuer Leben, um Zwänge, Furcht, Verlust, Gewissen, Zynismus und Bosheit. Und darum, dass am Ende nur die Zeit gewinnt. Dieser Song hätte durchaus Autophobia heißen können, doch wir wollten keinen klassischen Titeltrack.

12 One Day of May in ´99

„One Day of May in ´99“ beruht auf einem Traum. Die Grundidee dazu ist das szenische Bild der ersten Strophe: Eine Wand flüstert mit dem Fußboden über den zusammengerollten Teppich, der an der Wand lehnt und in dem ein Mädchen eingerollt ist. Dieses Mädchen las Jahre vorher gemeinsam mit ihrer Nachttischlampe ein Gedicht ihres Vaters über das Ende der Zeit und die Lampe erinnert sich noch heute daran. Das klingt jetzt verrückt, aber so war das in diesem Traum. Die musikalische Umsetzung ist eigentlich auch ziemlich ungewöhnlich. Man kann die Fernsehgeräusche aus dem Nebenzimmer hören, die Eltern schauen eine Quizshow. Ihr Kleinkind liegt im Kinderbett und hört den Eltern beim Nichtstun und Fernsehen zu. Und dann beginnt diese seltsame Geschichte. Man hört den zweiten Take, ein toller Moment.

 
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