Just released third studioalbum AUTOPHOBIA by LIQUID DIVINE is making some big waves in the international electronic scene. Time for us to interview the band about certain interresting things, facts and gossip… (sorry, german only….)
1. Herzlichen Glückwunsch zu Eurem neuen Album „Autophobia“. Es scheint, als hättet ihr Euren ganz eigenen Sound mit diesem Album entgültig gefunden. Sehr ihr das genauso?
Chris: Erstmal vielen Dank. Alle scheinen das Album gut zu finden, das Feedback ist gewaltig, die Kritiken und Rezensionen sind einfach nur großartig. Ich glaube, ich kann nicht einschätzen, ob wir jetzt „unseren Sound“ gefunden haben. Uns beiden gefällt der Sound, den man auf „Autophobia“ hört, einfach sehr gut. Und vielleicht klingt „Autophobia“ einfach nur selbstsicherer als „Black Box“, das ja im Vergleich zu unserem neuen Album sehr viel introvertierter wirkt.
2. Der Albumname „Autophobia“ ist auch die Bezeichnung für eine ernsthafte Angsterkrankung. Welchen Hintergrund hat die Verwendung dieses Wortes für Euch?
Guido: Wir wollen diese Krankheit nicht verharmlosen. Eigentlich spielen wir eher auf eine gesellschaftliche Bedeutung an. Denn viele Menschen sind allein, haben keinen Lebenspartner und auch keinen richtig festen Freundeskreis. Gleichzeitig leben wir aber in einer Welt, die auf Sex, Fun, Event und Erfolg ausgerichtet ist. Um in diese Welt zu passen, muss man also die Fassade aufrecht erhalten, beliebt und erfolgreich zu sein, das ist Teil des Erfolgs in unserer Gesellschaft. Wie auch immer, wir wollen mit dem Albumnamen aufzeigen, das viele Menschen einsam und traurig durch ihr Leben gehen und viele Dinge alleine bewältigen müssen – und genau das geschieht in vielen Songs auf „Autophobia“.
3. Auffällig ist die Klarheit der Produktion des Albums im Vergleich zu Euren Vorgängeralben. Außerdem scheinen viele Lieder eingängiger und deutlich songorientierter zu sein. Besteht da ein Zusammenhang, oder wollt ihr Euch bewusst einer breiteren Hörerschaft öffnen?
Guido: Danke für diese Einschätzung. Ja, das geschieht ganz bewusst, wir wollten die Lieder weit öffnen, für Hörer die Electronica mögen, Pop, Electro, Ambient, DnB und überhaupt, fast alle! Die Songs sollten viel Kraft haben, einen gewissen Druck entwickeln, im Sound aber transparenter sein, als auf den früheren Alben.
Chris: Uns war es aber auch wichtig, weiterhin kleine Kanten und Ecken in die Songs einzubauen um sie spannend zu halten, damit man sie so lange wie möglich hören will.
4. Für „Autophobia“ habt ihr gleich mit zwei Gastsängern gearbeitet. Wie kam es dazu und wie wichtig ist das Euch für das Album gewesen?
Chris: Also erstens finden wir die Stimmen von Yrea (Concise) und Frank (Seabound) natürlich sehr schön. Zweitens hatten beide Zeit für uns und drittens gestaltete sich die Zusammenarbeit wie gehabt auf einer freundschaftlichen Ebene.
Guido: Davon abgesehen, wollten wir unser Album so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Dazu gehörten neben ruhigen und schnellen Songs auch die Einbindung von Gaststimmen. Nun haben wir die schöne glasklare Stimme von Yrea auf „Comagirl“ und die melancholisch-kühle Stimme von Frank auf „Sojourner“. Damit verankert sich das Album noch tiefer in der Empfindung der Hörer…
5. Was ist bei Euch zuerst da: Song oder Text?
Guido: Der Text!
Chris: Nein, der Song!
Guido: Na gut, der Song ist zuerst da. Aber viele Texte warten in der Schublade nur auf ihren, den richtigen, Song.
Chris: Das stimmt. Wenn wir eine Songidee haben, an der wir weiterarbeiten wollen, schauen wir schon mal die Texte durch, um die Stimmung der in Frage kommenden Texte mit dem enstehenden Song zu vergleichen.
6. Wie entsteht ein Album bei Liquid Divine?
Guido: Das würde lange dauern zu erklären, wie ein Album bei uns entsteht, immerhin hat es fast 2 _ Jahre gedauert. Normalerweise schreibt Chris daheim Songs und ich bei mir die Lyrics. Wir treffen uns regelmäßig und arbeiten dann gemeinsam an den Songs. Im schlimmsten Fall hat man nach 2 Jahren Arbeit an einem Song dann 10 Versionen des Liedes, im besten Fall ist man nach 2 Wochen fertig und hat einen richtigen kreativen Arbeitsrausch hinter sich. Sehr viel Arbeit hat diesmal die finale Produktion in Anspruch genommen, doch das hört man zum Glück auch.
7. Wie wichtig sind euch die Lyrics, gerade in Zeiten, da Inhalte zunehmend unwichtiger scheinen und das Augenmerk oft auf simpler Härte liegt?
Guido: Uns sind da Trends und die Meinungen Außenstehender ziemlich egal. Ich schreibe, wenn mich etwas beschäftigt, wenn es mir nicht gut geht oder wenn mich etwas fasziniert. Dann interessiert mich der Rest der Welt nicht mehr. Was dabei herauskommt und von mir als lesenswert eingestuft wird, bekommt Chris zum Probelesen. Das manche Texte sehr tief gehen können, wie „want“, „cocoon“ und „one day of may in ´99“, liegt auf der Hand. Anders geht es nicht. Ganz abgesehen davon, ist es eine fantastische Erfahrung über die Lyrics mit Leuten zu sprechen, die sich offensichtlich Gedanken darüber gemacht haben.
8. Worum geht es zum Bespiel in den Songs „Ghost“ und „Astronauts“?
Guido: „Ghost“ beschreibt den drastischen Versuch eines Verstorbenen, seine noch lebende Frau zum weiterleben zu bewegen. Ein grausamer, emotionalen Song mit einem verstörenden Monolog in der Liedmitte.
In „Astronauts“ geht es um die Besatzung der ISS, die keine Antwort mehr von der Erde erhält. Die Astronauten befürchten das Schlimmste und betrinken sich, bevor sie aus der Raumstation aussteigen und über ihrem Heimatplaneten schweben, während sie über das Leben philosophieren.
Chris: Haben die dort oben eigentlich Alkohol?
Guido: Garantiert!
9. Songs wie „Fallen Men“, „Planet Zoo“ und „Sojourner“ bieten sich für den Clubeinsatz und für Livegigs geradezu an. Ist das ein Resultat Eurer Liveerfahrungen in den letzten Jahren?
Guido: Definitiv. Wir wollen live mehr Bewegung und Energie und haben uns dafür ein paar tanzbare Songs geschrieben, die trotzdem genug Potential haben, um auf einem klassischen Album zwischen anderen Songs nicht unterzugehen.
Chris: Für die von dir genannten Songs wird es zudem Club-Mixe geben, denn diese 3 Songs sind auch unserer Meinung die clubtauglichsten Songs auf „Autophobia“. Und natürlich freuen wir uns schon darauf „Sojourner“ gemeinsam mit Frank live zu spielen, etwa im Rahmen eines großen Festivals.
10. Wird man Euch demnächst wieder live sehen können? Präsentiert ihr das Album in irgendeiner Weise besonders oder läuft noch eine Promoaktion?
Chris: Wir bereiten gerade die nächsten Live-Auftritte vor. Ein besonderes Konzert wird sicher der Auftritt in der Moritzbastei in Leipzig am 24. Dezember. Dieses Weihnachtskonzert wird gleichzeitig unsere offizielle Releaseparty und wir freuen uns sehr, diese in unserem Lieblingsclub veranstalten zu können. Zu Promoaktionen kann ich nur sagen, dass wir mit Hochdruck an Promo-Veröffentlichungen für einzelne Songs von Autophobia arbeiten. Das müssen wir noch mit unserem Label Infacted-Recordings abstimmen, aber da kommt mit Sicherheit etwas!
11. So, eine persönliche Frage zum Abschluß. Welche 3 CDs nehmt ihr mit, wenn es auf die berühmte einsame Insel gehen müsste.
Guido: Diese Frage ist ja grausam! Depeche Mode „Songs of faith and devotion“, „Live Wired“ von Front Line Assembly und „Anthology“ von Underworld.
Chris: FLA „Artificial Soldier“ und Covenant „Northern Light“. Darf ich auch Filme mitnehmen? Dann pack ich noch „American Beauty“, „Donnie Darko“ und „Fight Club“ ein.
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Autophobia!
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